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Ernährung, Umwelt und Brustkrebs

Komplette Übersicht aller Risikofaktoren für Brustkrebs: Erbfaktoren, geographische Faktoren, Umwelt und Ernährung.

Was können Sie beitragen, um Ihr Risiko zu verringern?
 

Autoren: Dr. K. H. Adzersen, Prof. Ingrid Gerhard (Impressum)
Quellen: siehe Teil 4 (Referenzen)

Brustkrebshäufigkeit in verschiedenen Ländern

Brustkrebs ist in Deutschland der am häufigsten diagnostizierte Krebs bei Frauen. Jährlich erkranken zur Zeit etwa 43.000 Frauen neu an Brustkrebs, 1995 starben 18.674 Frauen an der Krankheit (Stat. Bundesamt Wiesbaden 1998). Jeder vierte Krebstodesfall beim weiblichen Geschlecht wird durch Brustkrebs verursacht. Die Erkrankung ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. Die 5- bzw. 10-Jahres-Überlebensrate ohne Krebszellen in den Lymphknoten beträgt 84% bzw. 67%, mit Lymphknotenbefall 67% bzw. 47%. Die Überlebenszeiten bei Anwendung der Chemo- oder Hormontherapie liegen in vergleichbaren Größenordnungen (EBCCTCG 1992).

Brustkrebs ist bei afrikanischen und asiatischen Völkern wesentlich seltener als bei Europäerinnen oder US-Amerikanerinnen. Bevölkerungen, die aus einer geographischen Region mit niedriger Brustkrebshäufigkeit (China, Japan, Malaysia, Philippinen, Thailand, Westafrika) in ein Land mit hoher Häufigkeit (USA, Australien) auswandern, nehmen in ein bis zwei Generationen die Erkrankungshäufigkeit ihrer neuen Umgebung an. Dies zeigt, dass genetische Unterschiede die hohen Brustkrebsraten in westlichen Ländern nicht erklären können.

Zwischen verschiedenen Regionen innerhalb der europäischen Gemeinschaft gibt es vielfache Unterschiede: 50 Brustkrebstodesfälle pro 100.000 Frauen pro Jahr zeigt Südostengland. Süd-Italien, (Calabrien) hat mit 14 pro 100.000 Frauen eine viel geringere Brustkrebshäufigkeit. Im mittleren Bereich liegt Deutschland (West) mit etwa 37 Brustkrebstodesfällen je 100.000 Frauen pro Jahr (IARC 1992).

Lebensumstände und Brustkrebsrisiko

Verschiedene Einflussfaktoren für das Risiko einer Frau, während ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, sind wissenschaftlich gut untersucht und gesichert. Die hormonelle Beeinflussung der Brustdrüse während verschiedener Lebensabschnitte (Menstruationsgeschichte, Schwangerschaften, Wechseljahre), Ernährung, Geburtsort, Lebensstil und medizinische Vorgeschichte spielen eine Rolle (s. Tabelle 1).

Tab 1: Gesicherte Risikofaktoren für Brustkrebs bei Frauen (Schema n. Kelsey et al. 1993, modifiziert)

EinflussfaktorGruppe mit höherem
Risiko
Gruppe mit niedrigem Risiko
Relatives Risiko* > 4.0
Geburtsland Nord- u. Mitteleuropa, USA, Canada, Australien, Neuseeland Asien, Afrika
Mutter und Schwester mit Brustkrebs Ja Nein
Atypische Zellen in abgesaugter Flüssigkeit aus der Brustwarze Ja Keine Flüssigkeit
Relatives Risiko* > 2.1 - 4.0
Hohe Gewebedichte bei Mammographie Brustverdichtungen > 75% Gewebe besteht vorwiegend aus Fett
Brustkrebsvorgeschichte in einer Brust Ja Nein
Mutter oder Schwester mit Brustkrebs Ja Nein
Histologisch gutartiger Tumor des Brustgewebes in der Vorgeschichte Ja Nein
Hyperplastische Epithelzellen ohne Atypien in Aspirationsflüssigkeit Ja Keine Flüssigkeit
Strahlen (ionisierende) auf den Brustkorb in mäßigen bis hohen Dosen Ja Nein
Relatives Risiko* > 1.1 - 2.0
Sozioökonomischer Status Hoch Niedrig
Ehestatus Niemals verheiratet Immer verheiratet
Wohnort Städtisch Ländlich
Wohnort in Europa Norden Süden
Rasse/Ethnische Zugehörigkeit Weiss Südeuropä./Asiatinnen
Religion Jüdisch 7-d-Adventisten
Eierstockentfernung vor d. 40. LJ Nein Ja
Kinderlosigkeit Ja Nein
Alter bei 1. ausgetragener Schwangerschaft Über 30. Lj. Unter 20. Lj.
Alter bei Menarche 11 Jahre od. jünger 15 Jahre od. älter
Alter bei Menopause 55 Jahre od. älter 45 J. od. jünger
Krebsvorgeschichte: Eierstock, Endometrium Ja Nein
Gewicht: Brustkrebs nach dem 50. LJ. Übergewicht Schlank

* im Verhältnis zur angegebenen Vergleichgruppe  
 

Fazit

  • Konzentration und Dauer der Einwirkungen der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) auf die Brustdrüsenzellen (Alter bei erster Periode, Schwangerschaften, Stillzeiten, Alter bei Eintritt der Wechseljahre, Hormonersatztherapie) sind bestimmende Einflussfaktoren für das Auftreten von Brustkrebs.
  • Lebensstilfaktoren beeinflussen das Brustkrebsrisiko weltweit um den Faktor 5 - 10.

Stand: 26.06.2004

>> weiter zu Teil 2: Ernährung und Brustkrebs


Weitere Themen im Kapitel Risikofaktoren und Prävention:

  Umwelt Ernährung und Brustkrebs:
Risikofaktoren, Vermeidung ("Vorsorge")

  Hormontherapie in den Wechseljahren:
Die Erhöhung des Brustkrebsrisikos durch längere Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren ist erwiesen.

  Familiärer Brustkrebs:
Es gibt eine familiäre "Belastung" durch Verwandte ersten Grades für Brustkrebs und Eierstockkrebs. ln seltenen Fällen ist eine Veränderung der sog. Brustkrebsgene dafür verantwortlich. Das kann man heutzutage untersuchen, wenn mehrere Verwandte ersten Grades erkrankt sind. Eine ausführliche Beratung ist erforderlich.

 
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