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Sie sind hier: Patienten-Info > Therapie > Operationsverfahren: Plastische Rekonstruktion Plastische Brustrekonstruktion nach Krebsoperation
Inhalt dieser Seite: Autoren: Dr. M. Krauth (Impressum), Dr.
H.-J. Koubenec (Impressum) Brustaufbau mit ProthetikDiese Methode eignet sich eher zum einzeitigen Wiederaufbau. Nachdem die Brustamputation erfolgt und die Achsellymphknoten entfernt sind, wird in der selben Sitzung ein aufdehnbares Kissen mit einem Ventil unter den großen Brustmuskel geschoben. Nachdem die Operationswunde verheilt ist, kann diese Kissen über das von außen erreichbare Ventil aufgepumpt werden. Dieses Kissen funktioniert also als Gewebeaufdehner oder sog. Expander. Das Ventil wird von außen gefühlt oder mit Ultraschall erkannt und mit einer feinen Nadel angestochen, dann kann eine bestimmte Menge Kochsalzlösung eingespritzt werden. Dies wird in ca. einwöchigen Abständen wiederholt, bis das gewünschte Volumen und die gewünschte Brustform erreicht sind. Die durch die Brustamputation verlorene Haut wird also durch langsame Dehnung der verbliebenen Haut zurückgewonnen. Ist die gewünschte Größe erreicht, sollte ein halbes Jahr abgewartet werden, damit die Haut ihren Dehnungszustand beibehält (sie würde sich sonst wieder zusammenziehen). Danach kann in einer kleinen zweiten Operation dieser Gewebedehner gegen ein entgültiges Implantat (Prothese), kochsalz- oder hydrogelgefüllt ausgetauscht und eine Brustwarze wiederhergestellt werden. Eine natürliche Brustform wird dadurch erreicht, dass ein etwas kleineres Implantat gewählt wird, denn die überschüssige Haut lässt die rekonstruierte Brust dann natürlich fallen. Für wen ist diese Methode geeignet?
Was sind die Vorteile dieser Methode?
Was sind die Nachteile dieser Methode?
Brustaufbau mit körpereigenem GewebeVerlagerung von Haut und Fettgewebe aus dem BauchBei dieser Methode wird die Haut und das Fettgewebe zwischen Nabel und Schambein benutzt, um eine Brust nachzubilden. Dieses Gewebe wird durch Blutgefäße versorgt, die aus dem geraden Bauchmuskel heraus in Richtung Haut ziehen und sich in dem Fettgewebe dieses Areals verzweigen. Der gerade Bauchmuskel hat einen Blutversorgungszufluss von unten, d. h. vom Schambein kommend, und von oben, d. h. vom Brustbein kommend. Das Prinzip dieser Operation beruht darauf, dass der gerade Bauchmuskel von der unteren Blutzufuhr getrennt werden darf, ohne dass das von ihm versorgte Haut- und Fettgewebe abstirbt. Man kann dann diesen Muskelstrang mit dem benötigten Gewebe durch einen Hauttunnel nach oben ziehen, das Gewebe zu einer Brust formen und entsprechend einnähen. Dieses Verfahren eignet sich sowohl als einzeitiges wie auch als zweizeitiges Vorgehen. Je nach Verlauf der Bauchnarbe, der Entnahmeregion also, unterscheidet man den 1. Transversalen Rectus Abdominis Muskellappen, den TRAM-Lappen, bei dem die Narbequer verläuft wie bei einer Straffungsoperation des Bauches. Er liefert mehr Haut und Volumen als der VRAM, ist also für die Wiederherstellung von mittelgroßen bis großen Brüsten geeignet. 2. Vertikaler Rektus Abdominis Muskellappen, den VRAM-Lappen, bei dem die Narbe seitlich des Nabels in Längsrichtung verläuft. Liefert weniger Haut und Volumen als der TRAM-Lappen und ist für kleine und mittelgroße Brüste, aber auch als Haut-und Gewebeersatz bei brusterhaltender Operation geeignet. Er ist von der Durchblutung her sicherer als der TRAM-Lappen . Was sind die Vorteile dieser Methode?
Was sind die Nachteile dieser Methode?
Für welche Frauen ist diese Methode nicht geeignet?
Brustaufbau mit kombinierten VerfahrenHautersatz durch den Rückenmuskelhautlappen und Volumenersatz durch ProthetikDiese Verfahren eignet sich wie der Bauchlappen zur ein- und zweizeitigen Rekonstruktion gleichermaßen. Die Durchblutung dieses Lappens ist im Vergleich zu der der Bauchlappen um einiges sicherer, so dass der Rückenlappen auch für Patientinnen geeignet ist, die für einen Bauchlappen nicht mehr in Frage kommen und für die eine rein prothetische Wiederherstellung nicht zum gewünschten Ergebnis führen würde. Der Nachteil ist, dass trotz der aufwändigen Lappenoperation meist nicht auf Prothetik verzichtet werden kann. Gelegentlich wird statt einer Prothese ein Gewebeaufdehner eingesetzt, um zusätzlich Haut zu gewinnen. Dieser muss dann ebenso wie bei der rein prothetischen Wiederherstellung nach einem halben Jahr durch ein bleibendes Implantat ersetzt werden. Bei dieser Operation wird die Hautspindel, die bei der Brustabnahme mitentfernt worden ist, auf den Rücken der betroffenen Seite zwischen Unterkante Schulterblatt und Oberkante Dammbeinschaufel in schräg verlaufender Richtung übertragen. Die restliche umliegende Haut wird vom Muskel abgelöst und der große Rückenmuskel von seinem Ansatz am Dammbein abgetrennt. Wie beim Bauchmuskellappen reicht die Blutversorgung, die von oben (hier von der Achselhöhle aus) kommt, aus, um die Hautspindel mit Blut zu versorgen. Nachdem der große Rückenmuskel auch von der Wirbelsäule und dem Schulterblatt gelöst worden ist, kann er mit seinem Hautanteil durch die Achselhöhle nach vorne geschlagen werden. Die Prothese oder der Gewebeaufdehner werden nun zwischen den großen Rückenmuskel und den großen Brustmuskel gelegt, so dass die Prothetik allseits von Muskel eingefasst ist. Die Hautspindel vom Rücken wird in die Brustwunde passend eingenäht, die Rückenwunde zusammengezogen und verschlossen. Die Funktion des großen Rückenmuskels wird mit der Zeit von mehreren kleinen Muskeln des Schultergürtels übernommen. Eine für die Patientin spürbare Einschränkung der Beweglichkeit oder Kraft auf der betroffenen Seite bleibt so gut wie nie zurück. Was sind die Vorteile dieser Methode?
Was sind die Nachteile der Methode?
Für welche Frauen ist diese Methode nicht geeignet?Die Anwendungsbreite des Rückenlappens ist sehr weit, weshalb er auch als das "Arbeitspferd" der plastischen Chirurgie bezeichnet wird. Es gibt kaum Patientinnen, bei denen diese Technik nicht durchführbar ist. Natürlich steigt das Risiko einer Komplikation bei bestimmten Gegebenheiten deutlich an. Ausschlusskriterien sind das aber nicht in jedem Fall.
Stand: 22.06.2004 Weitere Therapieverfahren:
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