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Brustkrebs-Lexikon.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Autor (Antworten): Dr. H.-J. Koubenec (Impressum)
Fragen: ZDF, Redaktion Mona Lisa

 

Wenn ein Befund festgestellt und für gutartig befunden wurde, kann man dem trauen? In welchen Abständen muss das kontrolliert werden?

Natürlich kann man Krebs nie mit letzter Sicherheit ausschließen. Ob man sich auf gutartige Befunden verlassen kann, hängt davon ab, welche Untersuchungen gemacht wurden und vor allem von wem. Auf die Kombination von ärztlicher Untersuchung, Mammographie und Sonographie kann man sich gut verlassen, wenn alle drei Befunde unauffällig sind. Als Kontroll-Intervalle gelten: Selbstuntersuchung alle 2 Monate, nach der Periode, ärztliche Untersuchung mit Sonographie ca. jährlich, Routine-Mammographie ab dem 50. Lebensjahr alle 2 Jahre.

Wie sicher ist das Ergebnis einer Mammographie?

Das hängt sehr stark vom Können des Untersuchers ab. 10 bis 20 % der bösartigen Tumoren werden nicht erkannt. Außerdem gibt es knapp 10 % falsch-bösartige Befunde. Es gibt insgesamt mehr falsch bösartige Befunde als bösartige Befunde, bei denen wirklich Brustkrebs vorliegt. Geht z. B. eine 50jährige Frau zu einer Routine-Mammographie und hat einen "bösartigen" Befund stimmt dieser nur in 10 bis 20 %, d. h. von 10 Frauen mit Krebsverdacht in der Früherkennungs-Mammographie haben nur 1 bis 2 Frauen tatsächlich Brustkrebs.

Wie sind Mikroverkalkungen einzuschätzen? Wann sind sie verdächtig? Wie sollen die Frauen sich dazu verhalten?

Kalk an und für sich ist nichts Bösartiges. Meist liegen gutartige Veränderungen des Drüsengewebes vor. Mikroverkalkungen können jedoch auch Zeichen von Oberflächenkarzinomen in den Milchgängen sein. Die Unterscheidung ist etwas für Profis. Werden Mikroverkalkungen als verdächtig eingestuft, kann die Diagnose in den meisten Fällen durch eine röntgengesteuerte Stanzprobe gestellt werden. Eine Entfernung von Kalk primär durch Operation ist überholt.

Was macht frau mit einem unklaren Befund? Also mit einem, wo der Arzt sagt, "ich bin mir nicht ganz sicher"?

Jeder tastbare Knoten und jede auffällige Mammographie oder Ultraschalluntersuchung muss durch eine minimal-invasive Biopsie, das ist eine Probeentnahme mit Nadeln, ohne Operation geklärt werden. Angepaßt an den Befund kann eine Feinnadelpunktion, eine Stanzbiopsie oder eine Saugstanzbiopsie gemacht werden.

Ab wann - oder ob überhaupt - entscheide ich mich für eine
Brustoperation?

Eine Brustoperation sollte heute möglichst nur noch nach definitiver Diagnosestellung durch minimal-invasive Biopsie gemacht werden. Eine Brustoperation, bei der die Diagnose erst während des Eingriffs gestellt wird, sollte die Ausnahme bleiben. Bei ca. 90 % aller Fälle von Brustkrebs kann die Diagnose sicher vor der Operation gestellt werden.

Wie lange muss ich nach einer Brust-Operation eine Hormontherapie machen?

Meist handelt es sich um eine Therapie mit Antiöstrogenen, die unter Umständen bei Frauen mit positivem Östrogen-Rezeptor sinnvoll ist. Die Behandlung soll dann 5 Jahre lang durchgeführt werden, eine längere Behandlung bringt eher Nachteile.

Gibt es bei großen Brüsten ein erhöhtes Risiko?

Biologisch gesehen nein, aber die Selbstuntersuchung und die ärztliche Tastuntersuchung ist bei großen Brüsten erschwert. So werden u.U. Tumoren später entdeckt.

Ist es nötig, dass die Lymphknoten (in welchen Fällen?) automatisch entfernt werden?

Es gilt nach wie vor weltweit als Standard, ca. 10 Achsel-Lymphknoten bei Brustkrebs-Operationen zu entfernen. Diese starre Regel, die zahlreichen Frauen erhebliche Nachteile bringt, wird langsam aufgeweicht. So wird z.Z. untersucht, ob man bei nicht tastbaren Lymphknoten auf die Lymphknoten-Entfernung verzichten kann und die Achselhöhle dafür bestrahlt. Vor allem die Technik der Untersuchung des Wächter-Lymphknotens wird wahrscheinlich vielen Frauen die Entfernung der Achsel-Lymphknoten ersparen.

Welche Diagnose wird am häufigsten gestellt?

Die meisten getasteten Knoten sind gutartig. Bei jüngeren Frauen sind es am häufigsten Fibroadenome, das sind gutartige Bindegewebsgeschwülste, bei etwas älteren Frauen meist flüssigkeitsgefüllte Zysten oder Mastopathie-Knoten, das ist durch Bindegewebe verhärtetes Drüsengewebe. Dennoch sollten alle tastbaren neu aufgetretenen Knoten durch minimal-invasive Biopsie untersucht werden.

Woran liegt es, dass japanische Frauen durchschnittlich seltener an Brustkrebs erkranken?

Man vermutet einen Zusammenhang mit der Ernährung, weil japanische Frauen, wenn sie einige Generationen in Amerika gelebt haben, genauso häufig an Brustkrebs erkranken wie die dort lebenden Frauen. Aber ein Zusammenhang mit der Ernährung ist in Europa noch nie sicher nachgewiesen worden.

Wie finde ich einen guten Radiologen, eine gute Brustkrebs-Diagnostik?

Eine schwierige Frage! Sich umhören, nach der Häufigkeit durchgeführter Mammographien fragen, große Praxen sind meist besser. Gute Brustkrebs-Diagnostik wird in der Regel in sog. Mamma- oder Brustzentren gemacht, wo Ärzte mehrerer Fachrichtungen zusammenarbeiten. Diese sind z. B. an Tumorschwerpunkt-Krankenhäusern oder anderen größeren Krankenhäusern zu finden, vereinzelt auch in Arztpraxen. Man findet sie auch im Internet.

Bei knotigen Brüsten, wie groß ist das Risiko, dass daraus bösartig Knoten werden?

Viele Frauen haben knotige Brüste, besonders in jüngeren Jahren. Die Ursache ist Mastopathiegewebe, das Risiko ist meist nicht erhöht. Nur eine Spezialform der Mastopathie mit untypischen Zellen stellt ein etwas höheres Risiko dar. Ohne Probeentnahme kann man diese Mastopathieform aber nicht finden. Das rechtfertigt jedoch nicht eine Gewebeentnahme bei allen Frauen mit knotigen Brüsten. Es bleibt also eine kleine Unsicherheit.

Wann bin ich gefährdet, wann habe ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko?

Das größte Risikofaktor für Brustkrebs ist das Alter, da Brustkrebs mit zunehmendem Alter immer häufiger wird. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Faktoren, die das Risiko etwas erhöhen. Am wichtigsten ist das familiäre Risiko: das eigene Risiko ist erhöht wenn Mutter und/oder Schwestern Brustkrebs haben. Eine besondere Form stellt der erbliche Brustkrebs durch veränderte Brustkrebsgene dar, dies betrifft jedoch nur sehr wenige Frauen. Eine Frau, die wenig oder gar nicht gestillt hat, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Auch die weit verbreitete Hormon-Einnahme nach den Wechseljahren erhöht das Brustkrebsrisiko.

Wie gefährlich sind Silikon-Implantate?

Grundsätzlich sollten Implantate nur zum Wiederaufbau nach Krebs-Operationen eingelegt werden. Die Gefahr geht ja nicht nur vom Silikon im Inneren der Prothese, sondern auch von der Umhüllung aus. Sogar die Hersteller empfehlen einen Wechsel ca. alle 10 Jahre. Der Zusammenhang mit rheumaähnlichen Erkrankungen ist umstritten, aber an dem Verdacht wird wahrscheinlich etwas dran sein, sonst hätten amerikanische Implantat-Hersteller nicht über 5 Milliarden Dollar an die betroffenen Frauen gezahlt.

 

Stand: 26.06.2004

 

 

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